„Besser leben ohne Plastik“ – Wer steckt dahinter?

„Nachhaltigkeit“, dieser Begriff sagt jedem von uns etwas.
Aber was genau können wir uns unter diesem Begriff vorstellen? Und welche Modelle können herangezogen werden, um uns dessen Zusammenhänge zu verdeutlichen? „Besser leben ohne Plastik“ dürfte jedem, der sich etwas mit Nachhaltigkeit auseinandersetzt, ein geläufiger Begriff sein. Die Bestsellerautorin Nadine Schubert betreibt seit mehreren Jahren ihren Blog zum Thema „plastikfrei Leben“. Wir waren neugierig und haben Frau Schubert zu einem Interview eingeladen.  

Sehr geehrte Frau Schubert, Ihr Blog „Besser Leben Ohne Plastik“ dreht sich im Wesentlichen um einen verantwortungsvollen Umgang mit Plastik. Sie geben Tipps, wie man effektiv auf Plastik verzichten kann und seinen Alltag nachhaltiger gestalten kann. Wie kamen Sie dazu, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und dem Plastikverbrauch im modernen Alltag so intensiv zu beschäftigen? Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Blog zu veröffentlichen? 

 Ich bin im Frühjahr 2013, während meiner zweiten Schwangerschaft, quasi über das Problem „Plastik“ gestolpert. Eine Reportage im Fernsehen zeigte, was wir der Umwelt mit unserem Plastikmüll antun und wie wir unserer Gesundheit schaden. Das war für mich ausschlaggebend und der Startschuss in ein neues Leben. Und weil ich nirgends Tipps und Informationen nachlesen konnte, habe ich kurzerhand beschlossen, einen eigenen Blog zu starten. 

 

Ihr erstes Buch „Besser Leben Ohne Plastik“das Sizusammen mit Anneliese Bunk verfasst habenerschien im Februar 2016. In Ihrem Buch finden wir einige Tipps zum ‚plastikfreien‘ Alltag sowie auch Rezepte. Wie hat sich die Herausgabe Ihres ersten Buches auf Ihre Karriere und Ihr Leben ausgewirkt? 

 Das Buch hat alles verändert. Zwar wurde schon vorher viel über mich und mein Leben ohne Plastik berichtet, aber mein erstes Buch schlug ein wie eine Bombe. Wahrscheinlich deshalb, weil es einen solchen Ratgeber noch nicht gab. Wir sind innerhalb kürzester Zeit auf der Spiegel-Bestsellerliste gelandet. Dann kamen immer mehr Vortragsanfragen, sodass ich im November meinen Job als Online-Redakteurin gekündigt und als Freiberuflerin gearbeitet habe. 

 

Welche Schwierigkeiten sind Ihnen beim Verfassen Ihres ersten Buches entgegengekommen und ist es Ihnen leichter gefallen Ihr zweites Buch „Noch besser leben ohne Plastik“ zu verfassen? 

 Es gab eigentlich keine Schwierigkeiten. Wir haben einfach geschrieben und dachten „Hoffentlich finden wir einen Verlag.“ Aber das war kein Problem. Wir hatten gleich einen Agenten und der erste Verlag – der auch unser Wunschverlag war – hat es sofort gekauft. Beim zweiten Buch war es natürlich leichter, denn den Verlag hatte ich ja schon und mein Redakteur hatte angeregt, ein zweites Buch zu schreiben. 

 

Sie haben während Ihrer Karrierelaufbahn bereits 3 Bücher geschrieben und sind darüber hinaus sehr erfolgreich geworden, z.B. mit Ihrem Buch „Noch besser leben ohne Plastik“. Haben Sie selbst mit so einer Entwicklung gerechnet und sind Sie schon da wo Sie sein möchten? 

 Na ja, ich stand schon immer in der Öffentlichkeit, deshalb war ich es eigentlich gewohnt, bekannt zu sein. Ich habe mein Geld auch schon immer mit Reden und Schreiben verdient. Schon mit 17 begann meine Laufbahn als Radiomoderatorin. Seitdem habe ich nie etwas anderes gemacht, war immer journalistisch tätig. Natürlich hätte ich nie gedacht, dass ich ein Leben ohne Plastik anstreben und einen Bestseller schreiben würde. Aber wer rechnet schon damit?

 

War es für Sie unkompliziert von Anfang an auf Plastik zu verzichten? Sie haben Kinder. Fällt es Ihnen leicht, Ihren Kindern dies nahezubringen? 

 Es war auf jeden Fall viel leichter, als befürchtet. Ich war da sehr strikt und habe sofort nichts mehr gekauft, was irgendwie mit Plastik zu tun hatte oder in Berührung kam. Das war natürlich ein etwas karges Leben. Aber nach und nach fand ich Alternativen. Meine Kinder habe ich da einfach mitgezogen. Das funktioniert bis heute sehr gut. 

 

Haben Sie abschließend einen Tipp an uns und unsere Leser*Innen, wie wir unseren Alltag einfach ‚plastikfrei‘ gestalten können?  

 Wir müssen einfach achtsamer sein und beim Einkaufen den Kopf einschalten. Zuerst überlegt man „Brauche ich das wirklich?“, dann kann man darauf achten, weniger verpackte Produkte zu wählen. Das geht doch überall ganz leicht. Selbst in Drogeriemärkten bekommt man heute schon Haarseife oder festes Shampoo ohne Plastikflasche, beim Bäcker kauft man mit eigenem Beutel ein und an die Käsetheke nimmt man sein eigenes Döschen mit.  

Es geht ja nicht darum, alles Plastik aus dem Haus wegzuwerfen, sondern das Plastik, was schnell im Müll landet – und das sind nun mal Verpackungen – zu reduzieren. 

 

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei Fr. Schubert bedanken! Möchtet ihr noch mehr über Sie erfahren oder seid neugierig geworden, wie man einen plastikfreien Alltag umsetzen kann? Mehr Informationen dazu findet ihr auf ihrem Blog: besser-leben-ohne-plastik.de! 

 Auch unser Erstsemester Radio Projekt hat Frau Schubert zu einem Interview eingeladen. Wenn ihr euch also noch etwas mehr für den plastikfreien Alltag interessiert und mehr über Mikroplastik und einen möglichst kostengünstigen Weg, nachhaltig zu leben, erfahren möchtet, dann lohnt es sich definitiv dort mal vorbeizuschauen! Da das Interview schon Live on Air lief gibt es für alle Studierenden der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt die Möglichkeit, den Radiobeitrag über die FHWS Cloud nochmal anzuhören. Also, Kopfhörer auf und dann gibt’s unser Ersti-Radio auf die Ohren!  

Alina Hailer