Too Good To Go
Zero Waste für den kleinen Geldbeutel

©️unsplash.com: Dan Burton

Es sind 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel, die im Jahr ihren Weg in den Abfall finden, davon alleine rund 12 Millionen Tonnen in Deutschland. In starkem Kontrast steht dagegen die Hungernot von mehr als 821 Millionen Menschen weltweit.  

Um diese Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, haben sich fünf Dänische Unternehmer ein Konzept ausgedacht und es ist genau so einfach wie genial.  

Über die App 

Die App Too Good To Go hilft dabei, bereits produzierte Lebensmittel zu retten, und dies zu einem günstigen Preis. Ob Supermärkte, Restaurants, Bäckereien oder Hotels, sie alle können ihre übrig gebliebenen Produkte am Ende des Tages vor dem Wegwerfen bewahren.  

Mit Hilfe der interaktiven Karte der App, kann man alle Geschäfte in der Nähe sehen und sich dort eine der Portionen zum Abholen bestellen. Dabei weiß man allerdings oft nicht, was diese Tüten für zwei bis fünf Euro enthalten, doch eines ist garantiert, es ist sein Geld definitiv wert.  

 

„Too Good To Go” in Würzburg 

Auch in Würzburg hat die App Erfolg, Filialen wie die Nordsee, Webers Bäckerladen, der Real in der Nürnberger Straße und der Industriestraße, Pasta e Olio, Dunkin‘ Donuts und viele mehr sind bereits Teil des Zero Waste Programmes. Weltweit sollen es sogar 5452 Unternehmen sein und 5,6 Millionen Portionen wurden laut Aussage der Entwickler bereits gerettet. Auf der Website toogoodtogo.de kann man sich außerdem auf deren Blog weitere Nachhaltige Rezepte und Artikel anschauen. Außerdem haben sie bereits einen YouTube Kanal gegründet. Die Themen reichen von Too Good To Go selbst, über Tipps und Tricks, bis zu Food Waste Fakten.  

Wer sich also informieren möchte, wie man die geretteten Lebensmittel richtig lagert oder mit ihnen kocht, kann sich deren Seite einmal genauer anschauen. 

Alternativ gibt es in Würzburg auch andere Unternehmen die gegen das Thema Food Waste vorgehen, so zum Beispiel die Facebook Gruppe foodsharing.de, eine ehrenamtliche Initiative, die in verschiedenen Städten ungewollte und überproduzierte Lebensmittel retten. Auch die Rösner Backstube versucht mit ihrem Altbrotladen, in dem nur Produkte vom Vortag angeboten werden, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. 

 

Meine Erfahrungen 

Im Rahmen meiner Recherche –und mit der Vorfreude auf eine große Tüte voller Leckereien- habe ich mich also aufgemacht und mir die App heruntergeladen. Kurz darauf konnte ich mir die verschiedenen Angebote der Läden anschauen und habe mich kurzerhand dazu entschlossen, beim Marktcafé Brandstetter in der Marktgasse 3, etwas für den nächsten Abend zu bestellen. Dabei bezahlt man bereits im Voraus, möglich ist dies mit der Kreditkarte, PayPal, Google Pay oder auch über Klarna. Ich habe also die 4 Euro für meine Überraschungstüte bezahlt und bin daraufhin am nächsten Tag zu dem mir zugewiesenen Zeitraum in die Bäckerei, die direkt bei uns um die Ecke ist. Dort habe ich eine unerwartet große Tüte voller Brötchen, Brezeln, Croissants und sogar dem ein oder anderen süßen Stück bekommen. Etwas überfordert, wer die ganzen Lebensmittel in meinem 1-Personen-Haushalt zu sich nehmen soll, bin ich dann nach Hause gelaufen und habe dort ein paar Produkte an meine Nachbarn verschenkt.  

 

Mein Fazit 

Ich persönlich, finde das Konzept und die Ausführung sehr gelungen. Dabei kann man nicht nur etwas Nachhaltiges leisten, sondern auch einiges an Geld sparen. Daher ist die App besonders für Studierende, die wenig Geld für tolle Produkte ausgeben möchten, von Interesse. Wer also für eine Tüte voller Überraschungen offen ist, dem kann ich wärmstens empfehlen sich doch einmal selbst etwas zu bestellen und damit sich selbst und unserem Planeten etwas Gutes zu tun. 

 

Dein Too Good To Go Stadtführer