Nachhaltige Siegel

©️ unsplash.com: Anna Hill

Wir kennen sie alle, die kleinen Logos auf der Verpackung von Soßen, Gemüse oder auch Kaffee. Sogar auf Kosmetikprodukten sind sie zu finden. Doch welches Logo steht eigentlich für was? Und welche Bedingungen muss ein Produkt oder ein Unternehmen erfüllen, um ein solches Siegel zu verdienen 

Beginnen wir mal ganz simpel mit dem Bio-Siegel. 

Seit 2001 wird dies von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung verliehen. Damit werden Produkte wie zum Beispiel Eier, Obst, Milch oder auch Fleischprodukte gekennzeichnet.  

 

Voraussetzungen sind: 
  • keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen oder sonstige Zutaten, die man als normal Sterblicher kaum aussprechen kann 
  • Bei der Erzeugung dürfen keine gentechnisch veränderten Organismen verwendet werden 
  • Bei Tierprodukten muss das Futter Bio“ sein 

Übrigens: Wundert euch nicht, wenn ihr, statt dem klassischen deutschen Bio-Siegel, öfter das grüne EU-Bio Siegel seht. Die Vorgaben sind identisch. Das EU-Siegel ist lediglich gesetzlich vorgeschrieben, während man sich bei dem deutschen Siegel entscheiden kann, ob man es druckt oder nicht. 

 
 
Etwas weniger bekannt ist wohl das Siegel von Demeter.  

Außer natürlich man verfolgt Pamela Reif auf Instagram. Allerdings gibt es auch ziemlich gute Gründe, ein Fan von diesem Siegel zu sein und ich bin es neuerdings auch. Für Studierende könnte es auf Dauer jedoch ein wenig teuer werden, nur auf Demeter-Produkte zu setzen. Anmerkung: Das teuer für die Studierenden impliziert natürlich, dass die Produkte teuer sind, erwähne es aber noch im Nebensatz. Außerdem wär es schön wenn du zusätzlich noch was dazuschreiben würdest wie bewusste Entscheidung bei Demeter Produkten auch wenn teuer…“ oder sowas in die Richtung, weil der Artikel ja an sich eher in die positive Erklärung der Siegel geht.  

 

Doch was bedeutet das Siegel überhaupt? 

Der Demeter e.V. ist der älteste Bio-Verband Deutschlands. Die von ihm betriebene Landwirtschaft erntet den Titel als nachhaltigste Form der Landwirtschaft und hat auch wesentlich strengere Vorgaben als das deutsche Bio-Siegel. 

  • jedes Produkt wird einzeln betrachtet 
  • Jährliche Überprüfung der Betriebe 
  • Sie nennen ihre Produkte Lebensmittel mit Charakter
  • Mindestens 50% des Futters muss vom eigenen Hof stammen 
  • Ausschließlich Aromaextrakte sind erlaubt, selbst die Verordnung des Bio-Siegels lässt noch Stoffe zu, die bei Demeter jedoch ausdrücklich verboten sind 
  • Einführungskurs für Erzeuger, Verarbeiter und Händler, die mit Demeter arbeiten wollen 

 

 

Ein ebenfalls bekanntes Siegel ist NATRUE 

Da es keine offizielle Verordnung gibt, wann Kosmetika offiziell als natürlich bezeichnet werden dürfen, hat es sich NATRUE nach seiner Gründung 2008 zur Aufgabe gemacht, diese mit seinem Siegel zu kennzeichnen 

 

Die hohen Anforderungen sind beispielsweise: 
  • Natürliche Inhaltsstoffe, die unverändert sein müssen 
  • Erdöl ist ausgeschlossen 
  • Umweltschonende Verpackungen  
  • Alle 2 Jahre werden die Produkte kontrolliert 
  • Tierversuchsfrei, allerdings nicht unbedingt vegan (Honig, Bienenwachs, Milch) 

 

 

 

Ein eher neues Siegel ist der Gruene Knopf

Vor einem Jahr wurde der Grüne Knopf eingeführt. Es ist ein staatliches Siegel, mit dem Textilien gekennzeichnet werden können. Dies soll nicht nur in Deutschland geschehen, sondern auf eine internationale Verwendung ausgeweitet werden. Man soll so einfacher nachhaltig produzierte Stoffe beziehungsweise Kleidungsstücke erkennen können.  Bei dem Grünen Knopf müssen außerdem nicht nur die Produkte überzeugen. Auch die Unternehmen werden kritisch betrachtet, bevor man dem Produkt den Grünen Knopf „überreicht. 

 

Dies müssen Unternehmen befolgen: 
  • Verbot gefährlicher Chemikalien 
  • Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit 

Es ist wohl für wenige eine Überraschung, dass Fast Fashion ökologisch, sowie auch aus einer soziale betrachtet, nicht das Gelbe vom Ei ist. Somit gibt der Grüne Knopf eine sehr gute Möglichkeit nachhaltigere Mode zu erkennen. 

 

Ein allgemein weniger bekanntes Siegel ist das Siegel HAND IN HAND

Eventuell auch, weil es in den gängigen Supermärkten weniger vertreten und hauptsächlich in nachhaltigeren Läden zu finden ist. Hand in Hand“ ist ein Programm der Marke Rapunzel. 

Hier sind die Produkte nicht nur Bio, sondern werden auch fair produziert und gehandelt.  

Um das sicher zu stellen hat Rapunzel strenge Kriterien und Regeln, welche regelmäßig überarbeitet werden. 

 

Wichtig ist hierbei  
  • Bauern und Lieferanten erhalten einen fairen Preis für ihre Arbeit, der existenzsichernd sein muss 
  • Schulbesuche für Jugendliche werden durch Spenden gesichert 
  • Kontrollierte ökologische Landwirtschaft nach den Voraussetzungen des Bio-Siegels (siehe oben), daher tragen die Produkte zusätzlich noch die Bio-Siegel 

 

Natürlich sind dies bei Weitem nicht alle Siegel. Dieser Artikel soll euch lediglich einen Einblick geben, wie viel eigentlich hinter den kleinen Bildchen“ steckt und, dass es eben nicht nur das doch sehr bekannte Bio-Zeichen für Lebensmittel gibt, sondern eben unzählig verschiedene für alle möglichen Bereiche, die unseren alltäglichen Einkauf betreffen. 

Hinter jedem stecken eine Vielzahl an Menschen, die sich überlegt haben, und immer noch überlegen, was nachhaltig“ für sie bedeutet. Während das Bio-Siegel beispielsweise nur das endgültige Produkt und den Anbau betrachtet, werden bei Demeter gesamte Betriebe ständig kontrolliert, um so ihre Demeter-Auszeichnung zu verdienen. 

 

Siegel bieten also nicht nur eine Möglichkeit, einen besseren Überblick zu erhalten, sie ersparen Verbrauchern außerdem viel Recherche über Unternehmen, Inhaltsstoffe oder auch Produktionsketten. Dennoch ist es unausweichlich, sich mit den unterschiedlichen Siegeln auseinanderzusetzen, um herauszufinden welche den eigenen Anforderungen entsprechen und somit zu entscheiden, welche Produkte letztendlich im Einkaufskorb landen! 

 

Falls ihr noch mehr über nachhaltiges Einkaufen wissen wollt, hört in den EPRO-Podcast zum Thema Nachhaltigkeit rein. Wie der Name Vino-Abend schon verrät, dreht es sich auch um nachhaltigen Wein. Also schnappt euch ein Gläschen eures Lieblings-Vinos und macht es euch bequem! 

Annika Flotzinger