Nachhaltiges Wirtschaften

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Saubere und bezahlbare Energie, nachhaltige Städte und Gemeinden, weniger Ungleichheiten, Schluss mit Armut und Hunger. All das und vieles mehr wurde in den Sustainable Development Goals der Agenda 2030 festgelegt. Diese 17 Ziele der Vereinten Nationen umfassen mit sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekten die drei verschiedenen Bereiche der Nachhaltigkeit und sollen so für eine nachhaltige Entwicklung sorgen. 

2015 wurden als Teil der Agenda 2030 17 Nachhaltigkeitsziele von den Vereinten Nationen verabschiedet. Die Sustainable Development Goals oder auch die Glorreichen 17 genannt, zielen auf die nachhaltige Entwicklung im sozialen, ökologischen und ökonomischen Bereich. Sie sollen weltweit menschenwürdiges Leben ermöglichen und zugleich natürliche Lebensgrundlagen aufrecht erhaltenDas Bundeswirtschaftsministerium legt besonders viel Wert auf die folgenden vier Ziele:  

Ziel 7, welches zum Fokus auf den Umstieg zu erneuerbaren Energien verpflichtet. 
Ziel 8, das eine gleichmäßigere Chancenverteilung für nachhaltiges Wirtschaften anpeilt. 
Ziel 9, mit dem durch Innovation, Industrie und Infrastruktur die Basis für das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele gesichert werden soll. 
Ziel 12, das nachhaltige Produktion und nachhaltigen Konsum anspricht. 

Ohne eine starke Wirtschaft, die durch das Erreichen der 17 Ziele ausgebaut werden soll, ist Nachhaltigkeit nicht möglich, denn in der Wirtschaft liegen die Voraussetzungen für ein nachhaltigeres Leben.  

Nicht nur das Bundesministerium sieht Nachhaltigkeit in Unternehmen als Chance auf einen Wettbewerbsvorteil. Sascha Genders, stellvertretender Geschäftsführer der Industrie- und Handelskamme Würzburg-Schweinfurt, promovierter Volkswirt und Magister Europäischen Rechts sagt: 

„Nachhaltigkeit im Sinne der Wahrnehmung unternehmerischer Verantwortung durch die Wirtschaft ist neben der Digitalisierung das Thema unserer Zeit. Klimawandel, Demografie, Regionalisierung oder Innovationen machen Nachhaltigkeit zum Treiber für unternehmerischen Erfolg. […] Nachhaltigkeit im Sinne eines strategischen Ansatzes im Unternehmen in Bezug auf das Kerngeschäft hat eindeutige betriebswirtschaftliche Relevanz und muss ganzheitlich in die DNA eines Betriebes überzugehen, um zu funktionieren. Es geht eben genau nicht darum, Gutes zu tun oder Gewinne zu machen. Der Schlüssel liegt in der Symbiose aus nachhaltigem Denken und Handeln bei zeitgleichem unternehmerischem Erfolg. 

Um Nachhaltigkeit für Unternehmen noch mehr in den Vordergrund zu rücken, werden ressourcen- und umweltschonende Prozesse staatlich gefördert. So soll es attraktiver werden Nachhaltigkeit von Grund auf in ein Unternehmen zu integrieren, wie Genders es für besonders effektiv hält. 

Das Ziel ist es, auch nachhaltiges, wirtschaftliches Wachstum sicherzustellen, welches wiederum wirtschaftlichen Wohlstand unter der Berücksichtigung der Ressourcenknappheit möglich macht. 

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hinterfragt, ob wirtschaftliches Wachstum nicht die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen zur Folge habe. Als Messgröße für wirtschaftliches Wachstum wird zumeist das Bruttosozialprodukt oder aber das Bruttoinlandsprodukt verwendet. Nach diesen Definitionen sei Wachstum aber kein Indikator für Wohlstand, Wohlergehen oder Zufriedenheit.  
Hier wird also kritisiert, dass wirtschaftliches Wachstum ökologische und soziale Probleme in den Hintergrund rückt oder auch verursacht. 

Die Bundesregierung definiert nachhaltige Wirtschaftspolitik jedoch als eine Kombination aus Leistungsbereitschaft, Innovation, Wettbewerb und auch sozialer und ökologischer Verantwortung. Als eine Art Monitoring für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele wurde das sogenannte Nachhaltigkeitsmanagementsystem geschaffen, in dem Zeitrahmen und Maßnahmen für die Ziele festgelegt sind. 

Wie ihr merkt handelt es sich bei nachhaltigem Wirtschaften um ein komplexes Thema, mit dem sich nicht nur die Politik auseinandersetzen muss, sondern vor allem die Unternehmen selbst.  

Auch Unternehmen aus der Region haben diese Herausforderung angenommen. So wurde zum Beispiel das Würzburger Unternehmen WUQM Consulting GmbH mit dem Nachhaltigkeitspreis Mainfranken ausgezeichnet. Überzeugt hat es mit besonders nachhaltiger Betriebsführung sowie ehrenamtlichem Engagement im Umwelt- und Klimaschutz.  

Sogar der deutsche Nachhaltigkeitspreis kam in die Region: In Kitzingen produziert die Armor Solar Power Films GmbH organische Photovoltaik-Komponenten, mit denen die Energiewende vorangetrieben wird und die sich vielseitig zur Energiegewinnung einsetzen lassen. 

Um die wirtschaftliche Nachhaltigkeit also umsetzen zu können, müssen einerseits die Unternehmen so nachhaltig wie möglich handeln und andererseits muss die Politik entsprechende Richtlinien zur Orientierung setzen, beziehungsweise auch für staatliche Förderungen sorgen. Nur so kann wirklich eine Veränderung erreicht werden. Wir hoffen in Zukunft noch mehr Unternehmen zu sehen, die Nachhaltigkeit von Grund auf in ihre Prozesse integrieren. 

Giuliana Gado & Gunda Mallmann