Klimawandel in Würzburg

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„Würzburg ist einer der Hotspots des Klimawandels in Unterfranken!“ Über Sätze wie diese stolpert man mehr als nur ein paar Mal, wenn man die Begriffe „Klimawandel“ und „Würzburg“ zusammenliest. Die Temperatur ist hier seit 1881 um 2 Grad gestiegen. Im Rest der Welt waren es nur 0,9 Grad.

Dass der Klimawandel ein Problem ist, über das in der Politik noch viel zu wenig geredet wird, diese Meinung vertreten wohl die Meisten, die auf diesen Blog gekommen sind. Doch je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto bewusster wird, wie ernst die Lage doch eigentlich ist – insbesondere hier bei uns im schönen Unterfranken.

 

Doch wieso ist die gerade hier der Fall?

Würzburg ist eine Stadt mit ziemlich ausgeprägter Kessellage, umgeben von Hügeln. Somit ist unsere Lieblingsstadt zwar vor Wind geschützt, gleichzeitig aber auch anfälliger für Luftverschmutzung und vor allem im Sommer steht wortwörtlich die Hitze. Dies führt zu trockenen, heißen Tagen und Nächten, die sich temperaturtechnisch bereits als tropisch bezeichnen lassen. Warum genau Würzburg auch nachts kaum abkühlt, könnt ihr hier bei der Baumzeitung nachlesen. Hinzu kommt, dass Würzburg relativ wenig Grünflächen hat. Das mag nicht auffallen, wenn man nicht drauf achtet, spielt aber eine große Rolle im Luftaustausch und somit in hinsichtlich der Luftqualität der Stadt.

Teilweise wird Würzburg schon jetzt als „trockenste und heißeste Großstadt Deutschlands“ bezeichnet, wie Martin Heilig, Klimabürgermeister in Würzburg, sagt. 

 

Und die Folgen?

Nun ja, es wird wärmer. Und nicht nur unsere Natur leidet darunter, sondern auch die Menschen. Insbesondere Kinder und Senioren. Durch die wärmeren Nächte ist es für Viele wesentlich schwerer, erholsamen Schlaf zu finden. Diese Nächte im Hochsommer, in denen man sich am liebsten in den Kühlschrank legen würde und dann „Wie baut man eine Klimaanlage“ im Internet sucht.

Aber auch die extrem heißen Tage, an denen man sich von Schattenplatz zu Schattenplatz quält, machen den Menschen zu schaffen. Zudem nimmt das Risiko für Waldbrände erheblich zu und die Gefahr eines Wassermangels kommt immer näher.

Die Niederschläge reichen seit Jahren nicht mehr aus, um den Grundwasserspiegel auszugleichen. „Wasserknappheit“ zusammen mit „Waldbrandgefahr“ löst in Kombination doch eher Unbehagen aus.

Gerade das Betrachten von Wasser als eine Selbstverständlichkeit ist gefährlich. Klar, wir machen den Wasserhahn an und denken nicht wirklich darüber nach. Doch bereits seit 16 Jahren wurde nicht mehr genug Grundwasser gebildet. Die Folgen davon sind enorm und insbesondere in der Landwirtschaft wird dies immer spürbarer. Laut Heiko Paeth in einem Interview mit der Mainpost ist bereits jetzt klar, dass der Nadelwald keine Zukunft haben wird und auch müsse man sich nach neuen Obst- und Gemüsesorten umsehen, die sich in den „neuen“ Bedingungen besser anbauen lassen.

“Viele Städte haben noch gar nicht realisiert, was auf sie zukommt“, so Hermann Kolesch, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Und es wird nicht besser: Jedes Jahr wird Unterfranken, Würzburg eingeschlossen, trockener.

 

Jetzt genug Negatives.

Welche Möglichkeiten haben wir, auf lokaler Ebene dem Klimawandel entgegen zu wirken?

Eine gute Möglichkeit, insbesondere für junge Menschen, ist die „Fridays For Future“ Organisation. Wir haben für euch in einem unserer letzten Beiträge eine FFF- Aktivistin interviewt, klickt einfach hier , um mehr zu erfahren. FridaysForFuture bietet eine gute Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und sich lokal mit anderen zu engagieren.

Andererseits gibt es noch die Agenda 21. Was ein wenig wie eine Geheimorganisation klingt, existiert eigentlich bereits seit fast 20 Jahren und wurde von den United Nations ins Leben gerufen. Das Ziel? Grob gesagt wurde damals in Rio De Janeiro beschlossen, dass unsere Welt, insbesondere im 21. Jahrhundert, nachhaltiger gestaltet werden muss. Im Vordergrund steht die Triade der Nachhaltigkeit . Genaue Vorgaben oder Wege, wie dies erreicht werden soll, gibt es jedoch nicht. Diese sollen von den Ländern und ihren Gemeinden selbst beschlossen werden.

Würzburg führt dies durch, indem beispielsweise bestimmte Stellen nicht zur Bebauung freigegeben werden. Diese Stellen sind sogenannte „Frischluftschneisen“ und wie der Name sagt, sollen diese in der Stadt mit der Kessellage weiter für ausreichend Luftaustausch sorgen. Zudem gibt es zahlreiche bürgerliche, sowie städtische Initiativen, die immer offen für helfende Hände und jegliche Unterstützung sind. Über einige dieser Initiativen findet ihr bereits Artikel auf MaindChange, oder aber auf der Internetseite der Stadt Würzburg. Die Koordinator*innen der Agenda 21 der Stadt Würzburg könnt ihr hier finden und kontaktieren.

Als weiteren Punkt soll von der Stadt Würzburg ein Klimaschutzprogramm entwickelt werden, um bis 2045 klimaneutral zu werden. Um das zu erreichen, sollen sowohl lokale Expert*innen, als auch die Bürger*innen zurate gezogen werden. Seit 2012 existiert bereits eine Klimaschutzbestimmung. Diese wird nun „überarbeitet“, um die Deadline bis 2045 auch wirklich einhalten zu können. Mehr Informationen hierzu findet ihr auf der Internetseite der Stadt Würzburg .

Wenn ihr wissen wollt, wie ihr als Einzelperson helfen könnt, dann klickt euch einfach mal durch unseren Blog. Mit jedem Artikel zeigen wir euch neue Wege, wie ihr in Würzburg aktiv mithelfen könnt, und so euren eigenen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft leisten könnt.

Annika Flotzinger